Der Black-Scholes-Merton-Optionsrechner

Finde den fairen Preis und bewerte Marktoptionen!

Grundidee des Black-Scholes-Modells

Das Black-Scholes-Modell beantwortet keine Prognosefrage. Es sagt nicht, ob der Markt steigen oder fallen wird. Stattdessen beantwortet es eine fundamentalere Frage: Welchen Preis muss eine Option heute haben, damit niemand durch geschicktes Kaufen und Absichern ohne Risiko Geld verdienen kann? Der berechnete Preis ist damit ein sogenannter No-Arbitrage-Preis. Er ist nicht „wahr“ im Sinne einer Vorhersage, sondern logisch zwingend unter den Modellannahmen.

Die Annahmen hinter dem Modell

Damit der Optionspreis eindeutig berechnet werden kann, trifft das Modell mehrere vereinfachende Annahmen. Es unterstellt, dass sich Kurse stetig und ohne Sprünge bewegen, die Volatilität über die Zeit konstant ist, keine Transaktionskosten anfallen und Positionen jederzeit angepasst werden können. Zudem wird ein bekannter risikofreier Zinssatz vorausgesetzt. Diese Annahmen sind in der Realität nur näherungsweise erfüllt. Gerade diese Vereinfachung macht das Modell jedoch so nützlich, da sie einen klaren und konsistenten Referenzrahmen für die Bewertung von Optionen schafft.

Die Black-Scholes-Formel (Überblick)

Ohne mathematische Herleitung lautet die Formel für eine europäische Call-Option:

				
					Call = S · N(d₁) − K · e^(−rT) · N(d₂)
				
			

Für eine Put-Option ergibt sich eine analoge Darstellung. Wichtiger als die Formel selbst ist das Verständnis ihrer Bestandteile.

Was bedeuten die Teile der Formel?
  • S: aktueller Kurs des Basiswerts

  • K: Strike (Ausübungspreis)

  • T: Restlaufzeit

  • r: risikofreier Zinssatz

  • σ: Volatilität (jährlich)

  • N(d₁), N(d₂): Wahrscheinlichkeitsgewichte aus der Normalverteilung

Diese Komponenten bestimmen gemeinsam den theoretischen Optionspreis.
Doch was sagt uns dieser Preis nun praktisch?

Theoretischer Preis und Marktpreis – wo die Information steckt

Der theoretische Preis ist das direkte Ergebnis der Black-Scholes-Formel. Er ergibt sich eindeutig aus Kurs, Strike, Laufzeit, Zins und einer angenommenen Volatilität – unter idealisierten Marktannahmen. Dieser Preis ist nicht „wahr“, sondern konsistent: Er beschreibt den Preis, zu dem eine Option gehandelt werden müsste, damit kein Marktteilnehmer risikolos profitieren kann.

Der Marktpreis hingegen ist der tatsächlich gehandelte Preis beim Broker. Er entsteht durch Angebot und Nachfrage und spiegelt Erwartungen, Unsicherheit, Absicherungsbedarf sowie psychologische Faktoren wider. Dass Marktpreis und theoretischer Preis voneinander abweichen, ist kein Fehler des Modells, sondern die Regel – und genau diese Abweichung liefert wertvolle Information.

Interaktiver Black-Scholes-Rechner: Theorie und Markt vergleichen

Mit dem folgenden Rechner kannst du den theoretischen Optionspreis nach dem Black-Scholes-Modell berechnen und ihn direkt mit einem realen Marktpreis vergleichen. Gibst du zusätzlich einen Marktpreis ein, zeigt dir der Rechner, welche Volatilität der Markt aktuell impliziert.

So wird aus einer abstrakten Formel ein konkretes Analysewerkzeug.

Black-Scholes-Rechner (Preis, IV & Greeks)

Theoretischer BSM-Preis
Implizite Volatilität (IV)
d1 / d2

Greeks (Black-Scholes, europäisch)

Greek Wert Interpretation (kurz)
Implizite Volatilität – die eigentliche Marktmeinung

Alle Eingangsgrößen der Black-Scholes-Formel sind beobachtbar – bis auf eine: die Volatilität. Genau deshalb wird das Modell in der Praxis häufig umgedreht verwendet. Statt zu fragen „Was ist der Preis bei gegebener Volatilität?“, lautet die entscheidende Frage:

Welche Volatilität muss der Markt erwarten, damit genau dieser Optionspreis entsteht?

Diese aus dem Marktpreis zurückgerechnete Größe nennt man implizite Volatilität (IV). Sie ist keine Prognose, sondern ein Maß für erwartete Unsicherheit. Hohe implizite Volatilität steht für hohe erwartete Schwankungen, Unsicherheit oder bevorstehende Ereignisse. Niedrige implizite Volatilität signalisiert ruhige Marktphasen. Optionshandel ist daher in vielen Fällen Volatilitätshandel, nicht Richtungswette.

Die Greeks – warum sich Optionspreise verändern

Die Greeks beschreiben, wie empfindlich sich der Preis einer Option gegenüber Veränderungen einzelner Einflussgrößen verhält. Sie sagen nicht, ob ein Trade profitabel ist, sondern wodurch sich sein Risiko verändert. Delta misst die Reaktion auf Kursbewegungen des Basiswerts, Gamma zeigt, wie stabil dieses Delta ist, Vega beschreibt die Sensitivität gegenüber Änderungen der Volatilität, Theta quantifiziert den Zeitwertverfall und Rho die Abhängigkeit vom Zinsniveau. Lambda (auch Omega) fasst diese Effekte als prozentualen Hebel zusammen. Welche Greeks in der Praxis relevant sind, hängt vom Handelsstil ab: Richtungs-Trader fokussieren sich auf Delta und Gamma, Volatilitäts-Trader auf Vega, kurzfristige Strategien auf Theta, langlaufende Positionen auf Rho, während Lambda vor allem Einsteigern eine intuitive Einschätzung des Hebels erlaubt. Insgesamt liefern die Greeks keine Handelssignale, sondern Transparenz über das Risikoprofil einer Option.

Die Grenzen des Modells

Das Black-Scholes-Modell unterstellt konstante Volatilität, stetige Kurse und keine Sprünge. In der Realität existieren Volatility Smile, Skew, Gaps und Crashs. Diese Abweichungen sind kein Versagen des Modells, sondern der Grund, warum es als Referenzrahmen und nicht als Realitätsbeschreibung genutzt wird. Gerade weil das Modell vereinfacht, ist es analytisch so wertvoll. lor sit amet, consectetur adipiscing elit. Ut elit tellus, luctus nec ullamcorper mattis, pulvinar dapibus leo.

Fazit

Black-Scholes ist kein Orakel und kein Trading-System. Es sagt nicht, wo der Markt morgen steht. Sein Wert liegt darin, einen konsistenten Referenzpreis zu liefern, Markterwartungen über implizite Volatilität sichtbar zu achen und Optionspreise in Risikokomponenten zu zerlegen. Wer Optionen handelt, sollte Black-Scholes nicht blind vertrauen – aber unbedingt verstehen.

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