Januar-Effekt
Gibt es ihn wirklich oder ist es nur ein Mythos. Es geht um den Januar-Effekt. Wir erklären in diesem Beitrag worum es geht und ob du diesen Effekt für dein Trading nutzen kannst.
Overnight-Gaps – also die Differenz zwischen dem Schlusskurs eines Handelstages und dem Eröffnungskurs des folgenden Tages – gehören zu den markantesten Phänomenen an den Aktienmärkten. Sie entstehen durch Nachrichten, wirtschaftliche Daten und Handelsaktivitäten auf internationalen Märkten, die außerhalb der regulären Handelszeiten der jeweiligen Börse stattfinden. Für den DAX-Index, der an der Xetra-Börse zwischen 9:00 und 17:30 Uhr MEZ gehandelt wird, sind insbesondere die Entwicklungen an den US-Märkten nach Xetra-Schluss sowie asiatische Märkte über Nacht relevant.
Die vorliegende Studie untersucht systematisch die Eigenschaften von Overnight-Gaps im DAX über einen Zeitraum von 20 Jahren (ca. 2005–2025). Dabei werden die statistische Verteilung der Gaps, saisonale Muster, das Verhalten nach extremen Gaps sowie einfache Trading-Strategien analysiert. Ziel ist es, empirisch fundierte Aussagen über die Natur und mögliche Ausnutzbarkeit von DAX-Gaps zu treffen.
Als Datenbasis dienen tägliche OHLC-Daten (Open, High, Low, Close) des DAX-Index von der Plattform Stooq.com. Der Untersuchungszeitraum umfasst die letzten 20 Jahre, gerechnet vom aktuellen Datum. Nach Bereinigung fehlender Werte stehen ca. 5.000 Handelstage für die Analyse zur Verfügung.
Der Overnight-Gap wird für jeden Handelstag t als prozentuale Differenz zwischen dem Eröffnungskurs des Tages und dem Schlusskurs des Vortages berechnet:
Ein negativer Wert bedeutet einen Gap-Down (der Markt eröffnet unter dem Vortagesschluss), ein positiver Wert einen Gap-Up. Zusätzlich wird die Intraday-Rendite (Open → Close) sowie die Close-to-Close-Rendite für jeden Tag berechnet.
Ein Gap gilt als „gefüllt" (Gap Fill), wenn der Kurs im Tagesverlauf das Niveau des Vortagesschlusskurses erreicht oder überschreitet. Konkret: Bei einem Gap-Down wird geprüft, ob das Tageshoch (High) über oder auf dem Vortagesschluss liegt. Bei einem Gap-Up wird geprüft, ob das Tagestief (Low) unter oder auf dem Vortagesschluss liegt.
Als extreme Gap-Down-Ereignisse werden Tage definiert, an denen der Gap kleiner oder gleich −2 % beträgt. Für diese Ereignisse werden die Folgerenditen über 1, 2 und 3 Handelstage berechnet, jeweils ausgehend vom Schlusskurs des Gap-Tages. Dies erlaubt Rückschlüsse darauf, ob der Markt nach einem starken Gap-Down tendenziell zur Erholung neigt.
Zwei einfache Strategien werden rückgetestet. Die Momentum-Strategie kauft bei einem Gap-Up von ≥2 % zum Eröffnungskurs und hält die Position, bis der Schlusskurs das Vortages-High überschreitet oder maximal 3 Handelstage vergangen sind. Die Rebound-Strategie verfährt analog bei einem Gap-Down von ≤−2 %. Beide Strategien verwenden identische Ausstiegsregeln, um eine faire Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Die Verteilung der DAX-Gaps zeigt eine deutlich leptokurtische (spitze) Form mit schweren Rändern (Fat Tails). Der Großteil aller Gaps liegt in einem engen Band zwischen −0,5 % und +0,5 %, was darauf hindeutet, dass der DAX an den meisten Tagen relativ nahe am Vortagesschluss eröffnet. Gleichzeitig treten vereinzelt extreme Gaps von über ±5 % auf, die weit über eine Normalverteilung hinausgehen.
Die klassenbasierte Auswertung bestätigt dieses Bild quantitativ: Die mit Abstand häufigste Klasse ist 0 % bis +0,5 % mit knapp 1.900 Tagen, gefolgt von −0,5 % bis 0 % mit rund 1.550 Tagen. Extreme Gaps jenseits von ±2 % machen zusammen weniger als 2 % aller Handelstage aus.
Die Zeitreihe der Gaps offenbart ein charakteristisches Clustering-Phänomen: Phasen hoher Gap-Volatilität wechseln sich mit ruhigen Phasen ab. Besonders auffällig sind die Cluster während der Finanzkrise 2008/2009, der Eurokrise 2011/2012, des Zusammenbruchs im Zuge der COVID-19-Pandemie im März 2020 sowie eine erneute Zunahme extremer Gaps in jüngerer Vergangenheit um 2024/2025. In ruhigen Marktphasen bewegen sich die Gaps dagegen fast ausschließlich innerhalb des ±2 %-Bandes.
Der Boxplot nach Wochentagen zeigt moderate Unterschiede in der Gap-Verteilung. Montage weisen tendenziell die größte Streuung auf, was auf die längere Zeitspanne zwischen Freitagsschluss und Montagseröffnung zurückzuführen ist – über das Wochenende können sich mehr marktbewegende Nachrichten ansammeln. Die Mediane liegen an allen Wochentagen nahe bei Null, mit einer leichten positiven Tendenz an Dienstagen und Donnerstagen. Insgesamt sind die Wochentags-Unterschiede jedoch gering und statistisch mit Vorsicht zu interpretieren.
Der Scatter-Plot von Gap-Größe gegen die Intraday-Rendite (Close minus Open) zeigt ein aufschlussreiches Muster. Es besteht eine negative Korrelation: An Tagen mit einem starken Gap-Down tendiert der Markt dazu, sich im Tagesverlauf zu erholen (positive Intraday-Rendite). Umgekehrt folgt auf einen starken Gap-Up häufig eine Rückbewegung nach unten. Dieses Mean-Reversion-Verhalten ist besonders bei extremen Gaps ausgeprägt und deutet darauf hin, dass Übernacht-Reaktionen häufig übertrieben sind und im regulären Handel teilweise korrigiert werden.
Die Event Study untersucht die Kursreaktion in den Tagen nach einem extremen Gap-Down (≤−2 %). Über den 20-jährigen Untersuchungszeitraum wurden 51 solcher Ereignisse identifiziert. Die Boxplots der Folgerenditen zeigen ein differenziertes Bild:
Die durchgehend positiven Mediane legen nahe, dass der DAX nach extremen Gap-Downs eine statistische Tendenz zur Erholung zeigt. Allerdings ist die hohe Varianz ein wichtiger Hinweis: In Einzelfällen – insbesondere während systemischer Krisen – können die Verluste nach einem Gap-Down weiter eskalieren. Eine blinde Wette auf eine Erholung wäre daher riskant.
Zwei systematische Strategien wurden über den gesamten 20-Jahres-Zeitraum rückgetestet. Beide verwenden einen Gap-Schwellenwert von ±2 % als Einstiegssignal und identische Ausstiegsregeln (Close > Vortages-High oder maximal 3 Tage Haltedauer).
Rebound-Strategie (Gap ≤ −2 %): Diese Strategie setzt auf eine Erholung nach extremen Gap-Downs. Die Equity-Kurve zeigt einen deutlich positiven Verlauf über den gesamten Zeitraum mit einem Gesamtertrag von über 100 % (Equity von 1,0 auf über 2,1). Besonders profitabel waren Phasen nach den Krisenereignissen 2008/2009 und 2020, in denen die Strategie von der starken Erholungstendenz profitierte.
Momentum-Strategie (Gap ≥ +2 %): Diese Strategie setzt auf eine Fortführung der positiven Dynamik nach starken Gap-Ups. Die Performance ist deutlich schwächer mit einem Gesamtertrag von nur ca. 24 % über 20 Jahre. Auffällig ist ein signifikanter Drawdown während der COVID-Krise 2020, als auf extreme Gap-Ups weitere starke Verluste folgten.
Die Daten stammen von einer einzigen Quelle (Stooq.com). Mögliche Fehler in den historischen Kursdaten – etwa durch Splits, Index-Umstellungen oder fehlerhafte Datensätze – können die Ergebnisse verzerren. Eine Kreuzvalidierung mit einer zweiten Datenquelle (z. B. Bloomberg, Refinitiv) wurde nicht durchgeführt.
Der Backtest berücksichtigt keine Transaktionskosten, Slippage (Ausführungsdifferenzen) oder Spread-Kosten. In der Praxis müsste ein Trader nach einem extremen Gap unmittelbar zum Eröffnungskurs handeln können – was insbesondere bei hoher Volatilität mit erheblicher Slippage verbunden sein kann. Die reale Performance der Strategien dürfte daher niedriger ausfallen.
Der DAX-Index hat über 20 Jahre seine Zusammensetzung mehrfach geändert (zuletzt die Erweiterung auf 40 Mitglieder im September 2021). Die Gap-Eigenschaften des Index können sich durch Veränderungen in der Zusammensetzung über die Zeit verändert haben.
Sämtliche Strategien wurden auf dem gesamten verfügbaren Datensatz entwickelt und getestet (In-Sample). Es erfolgte keine Aufteilung in Trainings- und Testdatensätze. Die gewählten Parameter (z. B. der 2 %-Schwellenwert, die 3-Tage-Haltedauer) könnten Resultat einer unbewussten Datenanpassung sein. Die Ergebnisse sollten daher nicht als Prognose für zukünftige Renditen interpretiert werden.
Mit lediglich 51 identifizierten extremen Gap-Down-Ereignissen (≤−2 %) über 20 Jahre ist die Stichprobe für die Event Study relativ klein. Statistische Aussagen auf Basis dieser Stichprobe sind mit erheblicher Unsicherheit behaftet.
Die Analyse differenziert nicht zwischen verschiedenen Marktregimen (Bullen- vs. Bärenmarkt, Hoch- vs. Niedrigzinsumfeld). Eine bedingte Analyse, die das makroökonomische Umfeld einbezieht, könnte differenziertere Erkenntnisse liefern.
Die dargestellten Renditen sind nicht risikoadjustiert. Insbesondere die Rebound-Strategie geht per Definition in Phasen hoher Volatilität Positionen ein – also genau dann, wenn das Risiko am höchsten ist. Eine Betrachtung risikoadjustierter Maße wie der Sharpe Ratio unter Berücksichtigung realistischer Kosten wäre für eine abschließende Bewertung unerlässlich.
Diese Analyse dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Sie stellt weder eine Anlageberatung noch eine Empfehlung zum Kauf, Verkauf oder Halten von Finanzinstrumenten dar. Die dargestellten Inhalte sind keine Aufforderung zur Durchführung von Transaktionen oder sonstigen Rechtsgeschäften. Individuelle Anlageentscheidungen sollten stets auf Basis einer eigenständigen, sorgfältigen Prüfung unter Berücksichtigung der persönlichen finanziellen Situation, der Anlageziele und der individuellen Risikotoleranz getroffen werden.
Obwohl bei der Erstellung dieser Analyse größtmögliche Sorgfalt angewandt wurde, wird keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität der bereitgestellten Informationen, Daten und Darstellungen übernommen. Die verwendeten Daten stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen Dritter (Stooq.com), deren Korrektheit nicht unabhängig verifiziert wurde. Fehler in der Datengrundlage, in der Berechnung oder in der Interpretation können nicht ausgeschlossen werden.
Die in dieser Analyse dargestellten Ergebnisse, Renditen und Strategieperformances beruhen auf historischen Daten und Rückrechnungen (Backtests). Vergangene Wertentwicklungen und Simulationsergebnisse sind kein verlässlicher Indikator für zukünftige Ergebnisse. Die tatsächliche Performance einer Strategie kann aufgrund veränderter Marktbedingungen, Transaktionskosten, Slippage, Liquiditätsengpässen und anderer Faktoren erheblich von den hier dargestellten historischen Ergebnissen abweichen.
Der Handel mit Finanzinstrumenten, insbesondere mit derivativen Produkten wie Futures, Optionen und CFDs, ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Gap-Risiken stellen dabei ein besonderes Risiko dar: Plötzliche Kursänderungen über Nacht oder am Wochenende können dazu führen, dass Stop-Loss-Orders nicht zum gewünschten Kurs ausgeführt werden und Verluste das ursprünglich geplante Maß deutlich übersteigen.
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Vor jeder Anlageentscheidung wird dringend empfohlen, einen qualifizierten und unabhängigen Finanzberater, Vermögensverwalter oder Steuerberater zu konsultieren, der die persönlichen Umstände, finanziellen Ziele und steuerliche Situation des Anlegers angemessen berücksichtigen kann.
Gibt es ihn wirklich oder ist es nur ein Mythos. Es geht um den Januar-Effekt. Wir erklären in diesem Beitrag worum es geht und ob du diesen Effekt für dein Trading nutzen kannst.

Die Studie untersucht, ob eine cointegrationsbasierte Pairs-Trading-Strategie im Forex-Markt auch unter realen Bedingungen stabil funktioniert und ergänzt den Ansatz durch eine Walk-Forward-Optimierung, die Parameter laufend neu kalibriert. Die Ergebnisse zeigen, dass lange Optimierungsfenster (24–60 Monate) besonders robuste und konstante Performance liefern und gleichzeitig extreme Drawdowns deutlich reduziert werden. Insgesamt verbessert die dynamische Walk-Forward-Strategie die Risikostruktur erheblich, ohne die Rendite zu verschlechtern, und erhöht damit die Realwelt-Tauglichkeit cointegrationsbasierter Modelle.
In unserer neuen Folge der Reihe „Profit oder Pleite“ haben wir eine besonders spannende Handelsstrategie unter die Lupe genommen.
Laut Internetquelle soll sie eine Gesamtrendite von 294 % bei einem Profit Faktor von 1,53 erzielt haben – und das bei einer Trefferquote von nur 34 %.
Klingt unglaublich? Ist es auch
Nutze die Vorteile von nachweislich profitablen Handelsstrategien und setzt dich nicht mehr dem Stress von manuellem Traden aus.
Der Handel mit Hebelprodukten (z.B. CFD´s und Forex Trades) oder anderen Finanzinstrumenten ist mit einem enormen Risiko verbunden und nicht für jeden geeignet. Es besteht die Möglichkeit, dass Sie einen Totalverlust erleiden oder sogar Verluste erleiden, die Ihre Investitionen übersteigen. Bevor Sie mit Hebelprodukten oder anderen Finanzinstrumenten handeln, sollten Sie sicherstellen, dass Sie alle damit verbunden Risiken verstanden haben. Im Übrigen verweisen wir auf unsere Risikohinweise auf: https://www.lazyindextrading.com/disclaimer/. Es wird ausdrücklich klargestellt, dass wir (Lazy Index Trading) keine Anlageberatung anbieten und durchführen und insbesondere auch keinerlei konkrete Empfehlungen zu einem Wertpapier, Finanzprodukt oder -Instrument abgeben. Die Erwähnung bestimmter Wertpapiere oder Anlageprodukte stellen ausdrücklich keine Empfehlung zum Kaufen oder Verkaufen oder Halten dar. Sie handeln bzw. traden auf eigenes Risiko. Jegliche Haftung wird ausgeschlossen.
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